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Pfefferminze: Ein Lippenblütler erobert die Welt


"Will jemand alle Eigenschaften der Minze nennen können, muss er wissen, wie viele Fische im Indischen Ozean schwimmen", so Wilafred Strabo, Dichter des 12. Jahrhunderts, über die Minze.

Christine Spörri

Die wohlriechende, sich durch Ausläufer vermehrende Pflanze gehört zu den Lieblingsdüften der alten Griechen und Römer und ist heute weltweit bekannt. Sie stammt aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und wird bis zu 80 Zentimeter hoch. Mentha x piperita, so ihr lateinischer Name, ist eigentlich ein Bastard zwischen der Grünen oder Krausen Minze (Mentha spicata) sowie der Wasserminze (Mentha aquatica). Die rosaroten Blüten stehen in ährenartigen Blütenständen. Die Blütezeit ist von Juni bis September.

Beruhigend, krampflösend, verdauungsfördernd
In der Pflanzenheilkunde werden die Blätter (Menthae piperitae folium) der Minze getrocknet oder frisch sowie in Form von ätherischem Öl (Menthae piperitae aetheroleum) verwendet. Neben den ätherischen Ölen (hauptsächlich Menthol) enthält die Pfefferminze Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide. Sie wirkt beruhigend, krampflösend, verdauungsfördernd, entblähend, schweisstreibend (aber innerlich auch kühlend) und entzündungshemmend. Die Minze lindert Brechreiz, fördert den Gallenfluss sowie den Eintritt der Regelblutung und entspannt die peripheren Blutgefässe.

Innerliche und äusserliche Anwendungen
Innerlich, als Tee, Tinktur oder Dragees angewendet, kann sie bei Verdauungsstörungen, Blähungen, Koliken und ähnlichen Beschwerden, Reisekrankheit, Übelkeit, nervöser Unruhe sowie Periodenschmerzen mit unregelmässiger Blutung eingesetzt werden. Bei Fieber und Grippe wirkt sie schweisstreibend.
Äusserlich, in Form von Öl, Kompresse oder Inhalation, findet die Pfefferminze Anwendung bei Hautleiden, Fieber, heissen Kopfschmerzen und Migräne. Als Inhalation wirkt die Minze befreiend bei verstopfter Nase.

Praktische Anwendung

Belebendes und erfrischendes Fussbad:

1 Esslöffel frische Minzeblätter in zwei Liter kochendem Wasser ziehen lassen, nach 15 Minuten filtern. Die Füsse 20 Minuten lang darin baden.
Inhalation bei Schnupfen:
Man gibt einige frische Blätter in kochendes Wasser und inhaliert den Dampf, um besser durchatmen zu können.
Massageöl bei Kopfschmerzen, Fieber, Periodenschmerz:
Man verdünnt 5 bis 10 Tropfen Öl mit 25ml Mandel- oder Sonnenblumenöl und reibt die betroffenen Stellen damit ein.
Empfohlene Tagesdosis:
4 bis 6 Gramm Pfefferminzblätter.
Während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht therapeutisch anwenden.
Das Öl bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Gesicht auftragen.

 


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