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die tragende Rolle der Mutter


Eine tragende Rolle im ganz grossen Familientheater

Das Theater nennt sich Familienalltag. Dort spielen Eltern und vor allem die Mütter sozusagen die Hauptrolle. Zumindest für ihre Kinder. Auch wenn sich der Nachwuchs dessen nicht immer bewusst ist.

Katrin Brunner

Ein Blick auf den Stundenplan der Kinder beweist: Neben den geschäftlichen Terminen der Eltern sind dort auch allerhand Daten von Schule und Hobbys der Kinder wahrzunehmen. Flötenunterricht am Montagmorgen – Blockflöte und Noten bereitlegen. Danach Mathetest der grossen Schwester – Rechnungen üben. Dienstag geht die Jüngste auf eine Exkursion – Würste, Studentenfutter, Rüebli usw. einkaufen und am Morgen bereitstellen. Danach Chauffeurdienst zum Bahnhof. Mittwoch haben die Kinder am Nachmittag frei. Hurra, denkt da die kinderlose Bevölkerung, keine Termine. Mitnichten, ist doch der Mittwochnachmittag ein beliebter Termin für den Musikunterricht zum einen und für Geburtstagspartys zum anderen. Ganz zu schweigen vom Turnverein, der sich just an diesem Abend mit den Kids in der Jugi tummeln möchte. So geht es weiter, für viele Eltern die ganze Woche durch bis hin zum Samstag, der den Pfadfindern vorbehalten ist.

Multifunktionales Element
Als Mutter ist man ein multifunktionales Element in der Familie, das hintenrum die Fäden der ganzen Organisation zieht. Die Fähigkeit, all diese Termine im Griff zu haben, wird stillschweigend vorausgesetzt. Wenn Mütter jammern, jammern sie im Kreise ihrer Leidensgenossinnen, während sie sich vielleicht einen Kaffee oder auch mal einen Prosecco gönnen.

Ich bin "Multitask", und keiner sieht hin
Im Gegensatz zu früher sind heute die Betätigungsfelder vor allem für Frauen und Mütter viel weiter gestreut. Heute sollte jede Familienfrau neben dem bisschen Haushalt und der Kinderbetreuung auch "richtig zu arbeiten". Oftmals erklärt eine Mutter nur mit Scham, dass sie "nur" zuhause arbeitet. Frauen, die es sich nicht nehmen lassen und die ersten Lebensjahre ihrer Kinder zuhause verbringen, sprich, als Familienmanagerinnen tätig sind, haben oft einen schweren Start zurück in die anerkannte Berufswelt. Dabei ist der Alltag einer durchschnittlichen Mutter geprägt von Anforderungen, die auch in der sogenannten Geschäftswelt ihre Anwendungen finden. Organisation, Terminkontrolle, Finanz- und Gesundheitshaushalt im Auge behalten, daneben ausgewogen kochen und die dafür benötigten Zutaten entweder selber im Garten ziehen oder sie wenigstens kennen. Dass die daraus resultierende "Jobdescribtion" mehr beinhalten kann als zum Beispiel die eines Buchhalters und Controllers, wird gern übersehen. Oder haben Sie schon mal einen Buchhalter gesehen, der während der Bilanzierung der Monatszahlen zeitgleich Gemüse einkocht?

Konsequent die Notbremse ziehen
Nicht selten führt diese Mehrfachbelastung im Familienmanagement zu Verschleisserscheinungen. Wer seinen Kindern jeden Kurs und jedes Hobby tagtäglich ermöglicht und sie wenn nötig auch chauffiert, kommt schnell an seine physischen Grenzen. Da heisst es, die imaginäre Notbremse ziehen. Prioritäten setzen lernen, können auch Kinder; und wenn wir Erziehende zum gewünschten Reitunterricht oder dem Yogakurs einmal nein sagen, lieben sie uns nicht weniger. Den momentanen kindlichen Frust sollten wir ernst, aber nicht persönlich nehmen. Piloten arbeiten mit einer Checkliste. Dies kommt nicht von ungefähr. Wenn Eltern nun mit ihrem persönlichen Flugzeug, auf dessen Tragflächen ihre Kinder und Lebensentwürfe sitzen, durchs Leben fliegen, sollten sie zur besseren Übersicht mit einer Liste arbeiten, auf der die täglichen Aufgaben immer wieder abgestrichen und ergänzt werden können. 

 


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