Die Heilkraft der Natur: Johanniskraut
Johanniskraut, eine Heilpflanze für ein fröhliches Gemüt
„Als Arnika der Nerven“ bezeichnete Paracelsus (1493 bis 1541) das Johanniskraut, das besonders für seine stimmungsaufhellende Wirkung bei uns bekannt ist.
Hypericum perforatum, so der lateinische Name, ist eine ausdauernde, bis 90 Zentimeter hohe Staude mit Stengeln, die oben stark und unten nicht verzweigt sind. Die Pflanze gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae) und zeigt sich von Juni bis September mit goldgelben Blüten. Das echte Johanniskraut erkennt man an den vielen Öldrüsen an den Blättern; diese erscheinen dadurch wie punktiert, wenn man sie gegen das Licht hält.
Antidepressiv und krampflösend
In der Pflanzenheilkunde werden das Kraut (Hyperici herba) sowie die Blüten und Blütenknöpfe (Hyperici flos) für Heilzwecke genutzt. Das Johanniskraut enthält Anthracenderivate (Hypericin), Flavonoide (Hyperosid, Quercetin, Rutin), Acylphloroglucinole (Hyperforin), ätherisches Öl, oligomere Procyanidine und andere Catechingerbstoffe. Durch seine Inhaltsstoffe wirkt es adstringierend, analgetisch, antibakteriell, antidepressiv, beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend, mild sedierend und stopfend.
Von Magen-Darm-Reizungen bis Verbrennungen
Innerlich (Tee, Tinktur, Tabletten) angewendet kann Johanniskraut bei Magen-Darm-Reizungen, leichten Depressionen, Bettnässen und chronischen Blasenentzündungen eingesetzt werden. Auch bei chronischen Beschwerden, die mit einem nervösen Erschöpfungszustand zusammenhängen, sowie Angst und Reizbarkeit während der Wechseljahre lohnt es sich, die Heilpflanze auszuprobieren. Äusserlich (Öl, Kompresse, Crème) findet das Johanniskraut Anwendung als Wundmittel, bei Verbrennungen, Verletzungen, Entzündungen (der Haut, Muskeln, Gelenken und des Bindegewebes) sowie als Massageöl. Auch bei Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen kann Johanniskraut hilfreich sein. Eine kombinierte Einnahme (innerlich und äusserlich) ist sinnvoll bei Neuralgien, Ischias, postoperativen Schmerzen, Rückenschmerzen, Bläschenausschlag und Gürtelrose.
Praktische Anwendung
Johanniskrautöl:
Frische Blüten in einen Glasbehälter geben und mit kalt gepresstem Oliven- oder Sonnenblumenöl übergiessen. Während einigen Wochen an der Sonne unter öfterem Umschütteln stehen lassen (bis das Öl tiefrot ist). Dann abseihen, in Flaschen umfüllen und beschriften.
Johanniskraut steigert in hohen Dosen die Lichtempfindlichkeit und kann Dermatitis verursachen. Zudem kann es mit einigen Medikamenten Wechselwirkungen haben und sollte deshalb nur nach Absprache eines Arztes oder Therapeuten eingenommen werden.
Autorin: Christine Spörri, Phytotherapeutin mit eigener Praxis in Rieden AG
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