Die Heilkraft der Natur: Beinwell
"Wie der Name bereits antönt, wirkt der Beinwell bis in die feste Struktur des Menschen auf Knochen und Sehnen". (Quelle unbekannt)
Der echte Beinwell, auch Knochenkitter oder Wallwurz genannt, wurde in der Volksmedizin vor allem bei Knochenbrüchen verwendet, was sich in seinem Namen widerspiegelt. Das althochdeutsche "beinwalla" kommt von "walla", was Zusammenheilen bedeutet. "Symphytum officinale", so der lateinische Name, ist eine bis 120 Zentimeter hohe, borstig-rauhaarige Staude und gehört zur Familie der Borretsch- oder Raublattgewächse (Boraginaceae). Die Blätter sind ebenfalls behaart, runzelig und lanzettlich. Die glockenförmigen, röhrenartigen Blüten sind purpurfarben, violett, manchmal auch gelblich-weiss. Die Blütezeit dauert von Ende April bis September.
Förderung des Zellwachstums
In der Pflanzenheilkunde werden hauptsächlich die Wurzeln (Symphyti radix), gelegentlich auch die Blüten und Blätter (Symphyti herba) des Beinwells für Heilzwecke genutzt. Der Beinwell enthält Gerbsäuren, Schleimstoffe, Allantoin, Pyrrolizidinalkaloide, Vitamin B12 und verschiedene Pflanzensäuren. Durch seine Inhaltsstoffe wirkt er adstringierend, entzündungshemmend, wundheilend und schleimlösend. Er unterstützt das Heilen von geschädigtem Gewebe und fördert das Zellwachstum in Haut, Knochen, Knorpel und Gewebe.
Gegen Wunschmerzen, Prellungen, Beingeschwüre usw.
Der Beinwell wird aufgrund seines Gehaltes an Pyrrolizidinalkaloiden, die in Tierversuchen mit Krebsentstehung in Verbindung gebracht wurden, heutzutage hauptsächlich äusserlich angewendet. Als Umschlag, Creme, Salbe oder Öl kann er bei Verstauchungen, Knorpelschäden, Bänderrissen, kleinen Hernien, Knochenbrüchen und Gelenkentzündungen helfen. Auch Wundschmerzen, Schnitte, Prellungen, blutende Hämorrhoiden, Beingeschwüre, Druckstellen und Brustentzündungen können mit Beinwell behandelt werden. In der Volksheilkunde wird Beinwell gerne auch als Tee bei rheumatischen Beschwerden sowie bei Magengeschwüren, Speiseröhrenreizung, Darmentzündungen und Verschleimung der Atemwege verwendet.
Praktische Anwendung
Beinwell-Umschlag aus Abkochung:
100g Wurzel in 1 Liter Wasser für 10 Minuten kochen und abseihen. Die gewonnene Flüssigkeit für warme Umschläge verwenden.
Beinwell-Umschlag aus Brei:
Frische, gereinigte Wurzeln zerkleinern bis ein Brei entsteht. Die Masse auf die betroffene Körperstelle auftragen und mit einem Tuch bedecken.
Vorsicht:
Die Anwendung darf nur auf intakter Haut erfolgen und sollte nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr dauern. In der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.
Die Autorin:
Christine Spörri, Phytotherapeutin, mit eigener Praxis in Rieden AG
Auskunft auf www.pflanzenzauber.ch oder Telefon 076 575 30 11
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