Die Heilkraft der Natur: Der Borretsch – eine Pflanze, die fröhlich stimmt
„Spricht man von Borretsch, ist so viel klar – er wärmt das Herz und bringt gute Laune wunderbar“, schrieb im 11. Jahrhundert ein Arzt der medizinischen Schule von Salerno.
Der nach Gurke schmeckende Borretsch gehört zur Familie der Borretschgewächse (Boraginaceae) und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet. Er ist aber schon lange bei uns heimisch und wird gerne als Küchenkraut verwendet. In der Blumensprache steht er für Mut und Heiterkeit. Borago officinalis, so der lateinische Name, ist ein einjähriges, bis 60 Zentimeter hohes Kraut mit aufrechtem, behaartem Stängel. Die Blätter sind elliptisch, unregelmässig gezähnt, wechselständig und ebenfalls behaart. Die Blütenkrone ist sternförmig (fünf Kronblätter) und blau, selten auch weiss. Die Blütezeit dauert von Mai bis September.
Omega 3 und 6
In der Pflanzenheilkunde werden das Kraut, die Blüten und die Samen des Borretsch für Heilzwecke genutzt. Das Kraut und die Blüten enthalten Schleim- und Gerbstoffe, Saponine, Kieselsäure sowie geringe Mengen Pyrrolizidinalkaloide. Die Samen sind reich an den essentiellen Fettsäuren Omega-3-Linolsäure und Omega-6-Gammalinolensäure. Durch seine Inhaltsstoffe wirkt der Borretsch harntreibend, schleimlösend, schweisstreibend, fieberdämpfend, antirheumatisch, entzündungswidrig, schmerzlindernd, herzstärkend, beruhigend und leistungssteigernd. Er stimuliert die Nebennierendrüse, fördert den Milchfluss und wirkt sich positiv auf den Fettstoffwechsel aus.
Von Entwässerung bis Wechseljahrbeschwerden
Innerlich (Tee, Tinktur, Kapseln) angewendet, kann der Borretsch zur Entwässerung, bei Stress, Depressionen, Kummer und Angstzuständen sowie nach einer Steroidtherapie eingesetzt werden. Auch Hautentzündungen, rheumatische Arthritis, Nieren- und Blasenentzündungen, Husten, fieberhafte Erkältungen, Darmreizungen, Menstruations- sowie Wechseljahrsbeschwerden können mit Borretsch behandelt werden.
Für Umschläge oder Bäder
Äusserlich (Lotion, Creme, Öl) findet der Borretsch Anwendung bei Wunden, entzündeter und trockener Haut, Ekzemen, Abszessen oder Ausschlag. Man kann den Tee oder die Tinktur für Umschläge, Bäder oder Waschungen verwenden. Das Borretschöl lässt sich gut als entspannendes Massageöl nutzen. Die regelmässige Einnahme von Borretschkraut wird bei uns, aufgrund des Gehaltes an Pyrrolizidinalkaloiden, nicht mehr empfohlen.
Praktische Anwendung
Borretsch-Tee:
1 Teelöffel getrocknete Borretschblätter oder Blüten mit 150ml kochendem Wasser übergiessen, 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Vorsicht:
Vor einer gleichzeitigen Anwendung von Borretschöl mit Antikoagulanzien oder Antikonvulsiva sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Die Autorin:
Christine Spörri, Phytotherapeutin, mit eigener Praxis in Rieden AG
Auskunft auf:
www.pflanzenzauber.ch
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