Der Olivenbaum – Ein Geschenk der Götter

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Bereits Johann Wolfgang von Goethe erwähnte die Olivenbäume in seiner italienischen Reisebeschreibung:

“… und indem ich in das Fels-Amphitheater hinabstieg, fand ich die ersten Ölbäume voller Oliven.”

Der Olivenbaum (Olea europaea) ist seit langer Zeit ein beliebtes Motiv bei Künstlern. So finden wir ihn auf unzähligen Vasen und Fresken der Antike. Neueren Datums sind Picassos Friedenstaube mit dem Ölzweig, Renoirs Ölbaumgarten und Vincent van Gogh schwärmte: „Die Ölbäume sind sehr charakteristisch, und ich gebe mir grosse Mühe, das einzufangen. Es ist Silber, das mal ins Blaue, mal ins Grüne spielt, bronzefarben und beinah weiss auf gelbem, rosa, violettem oder orange Boden, der bis zum stumpfroten Ocker geht.“ Kurz gesagt: Es handelt sich schlichtweg um einen malerischen Baum.

Ein Baum der Götter
Die Wiege des Olivenbaums befindet sich im östlichen Mittelmeerraum. Dort spielte er schon in der Antike eine wichtige Rolle. So war ein Kranz aus Olivenzweigen die höchste Auszeichnung bei den alten olympischen Spielen. Und als besondere Schutzpatronin stand ihm die griechische Göttin Athene zur Seite. Es wird erzählt, dass sich Athene und der griechische Meeresgott Poseidon um die Herrschaft von Attika, dem Landstrich der Athener, stritten. 

Ein Wettbewerb sollte entscheiden: Wer den Athenern das nützlichere Geschenk macht, sollte Sieger werden. Sodann schlug Poseidon mit seinem Dreizack auf einen Felsen, und es entsprangen ein Pferd und eine Meerwasserquelle. Athene jedoch pflanzte einen bisher unbekannten Baum, der den Menschen Nahrung, Licht und Gesundheit schenken sollte. Mit dieser Gabe trug Athene letztendlich den Sieg davon.

 

Alt, aber vital!
Olivenbäume sind zuweilen wahre Methusaleme: Das Alter des vermutlich ältesten Olivenbaums der Welt wird auf 3000 bis 5000 Jahre geschätzt. Er wächst in Kolymvari in Griechenland und hat einen ganz knorrigen, krumm gewachsenen Stamm. An den Ästen sitzen ledrige, dunkelgrüne Blätter, deren Unterseite silbrig schimmert.

Olivenblätter dienten früher zur Behandlung von zu hohem Blutdruck. Doch heute sind sie in der Heilkunde nahezu bedeutungslos, da ihre Wirkung bisher nicht wissenschaftlich bestätigt werden konnte. Einzelne Untersuchungen weisen allerdings darauf hin, dass insbesondere der Inhaltsstoff Oleuropein die Gefässe erweitern kann und dadurch einen Blutdruck senkenden Effekt hat.

Schmackhafte Oliven
Zwischen April bis Juni bilden sich kleine, unscheinbare Blüten, die einen starken Duft verströmen. Erst viel später können die Oliven ab Oktober geerntet werden. Die mediterranen Steinfrüchte sind zunächst grün, später dunkelrot und schliesslich schwarz. Frisch gepflückt sind sie recht bitter und hart, weshalb sie noch ungeniessbar sind. Sie werden daher mehrere Monate lang in Salzwasser oder Natronlauge eingelegt, um die Bitterstoffe auszuschwemmen. 

Aufgrund des unterschiedlichen Reifegrads schmecken grüne und schwarze Oliven allerdings nicht gleich. 

Im Handel befinden sich ausserdem auch „Mogelpackungen“: Grüne Oliven werden nämlich manchmal mit Eisengluconat zu schwarzen Oliven gefärbt – dies muss allerdings auf der Zutatenliste vermerkt werden …!

 

Gesundes Olivenöl
In wirtschaftlicher Hinsicht ist die Gewinnung des Olivenöls aus den Früchten am bedeutsamsten. Das fette Öl enthält vor allem die einfach ungesättigte Ölsäure (56-83%), die gesättigte Palmitinsäure (7,5-20%) und die zweifach ungesättigte Linolsäure (3,5-21%). 

Gerade den ungesättigten Fettsäuren wird nachgesagt, dass sie sich günstig auf die Cholesterinwerte auswirken. Dies soll Gefässverkalkungen und weitere Herz-Kreislauferkrankungen fernhalten. 

Des Weiteren wird Olivenöl ein schützender Effekt auf die Magenschleimhaut nachgesagt. Dazu können Sie morgens einen Esslöffel im nüchternen Zustand trinken. 

Und natürlich eignet sich die kostbare Flüssigkeit hervorragend zur Hautpflege. Insbesondere in der Antike war Olivenöl ein vielgeschätztes Kosmetikum: Es wurde mit Extrakten aus Kräutern und Blumen aromatisiert, um sich damit den Körper und die Haare einzuölen. Dies diente zur Schönheitspflege, zur Lockerung der Muskeln vor einem Wettkampf oder zur Linderung von Hautabschürfungen.

 

Olivenöl in der Küche
In der Mittelmeerküche spielt das Olivenöl eine zentrale Rolle. Es besitzt einen hohen Rauchpunkt, weshalb es sich hervorragend zum Braten eignet. Natürlich lassen sich damit auch leckere Salate, schmackhafte Pestos und andere Gaumenfreuden zubereiten. 

In der Küche wird vorzugsweise das beste Olivenöl mit der Aufschrift „extra vergine“ oder „nativ extra“ verwendet. 

Dafür müssen die frisch geernteten Früchte innerhalb weniger Stunden weiterverarbeitet werden. Sie werden dazu auf schonende Art und Weise kalt gepresst. Die Anforderungen an die erste Güteklasse erfüllt jedoch nur Öl aus dem ersten Durchgang. Damit gelingen Ihnen nicht nur feine, sondern auch gesunde Gerichte. Schliesslich sagt man nicht umsonst: „Der Mensch ist, was er isst.“

 

Hand-Peeling

Zutaten:
Salz
Olivenöl
Ätherisches Zitronenöl
Kleines Schraubglas

Zubereitung:
Das Schraubglas zu zwei Dritteln mit Salz füllen. Nach und nach Olivenöl einrühren, bis das Salz gut durchfeuchtet ist. Zum Schluss noch einige Tropfen Zitronenöl beimischen.

Anwendung:
Diese Mischung eignet sich hervorragend als Handpeeling. Dazu werden die Hände mit Wasser leicht angefeuchtet, dann eine walnussgrosse Menge Peeling-Salz nehmen und die Hände damit gut einreiben. Zum Schluss mit lauwarmem Wasser abspülen. Damit bekommen Sie wieder eine streichelzarte Haut.

Haltbarkeit:
mindestens 3 Monate

 

Olivenöl-Reis bei Durchfall

Zutaten:
1 Tasse Reis
2 Tassen Wasser
1 Prise Salz
1 EL Olivenöl
1 Spritzer Zitronensaft

Zubereitung:
Der Reis wird in einer Pfanne mit Wasser und Salz gekocht. Anschliessend wird das Olivenöl untergerührt. Zum Schluss nach Belieben mit etwas Zitronensaft würzen.

Anwendung:
Der milde Reis hat eine stopfende Wirkung und das Olivenöl beruhigt die gereizten Schleimhäute. Für einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt kann noch etwas Zucker hinzugefügt werden.

 

Buchtipp
Die Heilkraft der Olive
Birgit Frohn
Mankau Verlag, Juni 2012
ISBN: 3863740467
Fr. 23.90

Cover: http://www.books.ch/annot/4B56696D677C7C33313736343132317C7C434F50.jpg?sq=2

 

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