Das Benediktinerkloster in Engelberg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit dem 12. Jahrhundert leben nur Mönche in der Klostergemeinschaft. Später kam eine Nonnengemeinschaft dazu. Die Ordensschwestern übersiedelten 1615 nach Sarnen. Armengenössige Engelberger wurden an der Klosterpforte mit der "Klostersuppe" verköstigt.
Noemi Koch-Cadosi, Hanna Aregger-Keller,
Buona VITA (
www.buonavita.ch) Mönche und Klosterfrauen lebten nach den strengen Regeln der Orden. Sie waren und sind geschickte Handwerker, Landwirte und Gelehrte. Schon früh haben sie sich um die Bildung der Bevölkerung gekümmert und richteten eine Schule ein. Auch musste alles, was in den landwirtschaftlichen Betrieben erwirtschaftet wurde, verwertet werden. Aus der Milch stellten sie Käse her, das Vieh wurde weiter verarbeitet oder für den Tauschhandel nach Italien gebracht.
Die Reise von der Poebene nach Engelberg Die Klosterbrüder betrieben auch Handel, um die Ernährung der Bevölkerung zu gewährleisten. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Lebensmittel via Buochs, Beckenried und von dort mit Nauen über den See nach Flüelen und weiter über den Gotthard ins Tessin gebracht. Dort wurden die bekanntesten Klosterkäse, der Spalenkäse (Sbrinz) und der Sternenkäse (Stern als Wahrzeichen des Klosters Engelberg), an die Händler übergeben. Die Händler reisten ins nahe Italien, um in Varese oder Milano den Tauschhandel zu vollziehen. Der Käse oder auch das Vieh wurden eingetauscht gegen Wein, Weinbrandt oder Reis. Dieser wurde als Tauschgut in das Kloster Engelberg gebracht und dort unter anderem als Suppenbeilage eingesetzt.
Die Suppe - ein nährstoffreiches Mahlzeit Die Grundlage für diese Suppe ist eine Rindfleischbrühe. Der Reis kam als nährende Beilage in der Brühe. Auch Kräuter, Zwiebeln und Brotwürfeli wurden dazu zugegeben. Eier aus dem eigenen Betrieb ergänzten die Suppe wie auch der legendäre Sbrinz. Es wurde alles vereint, was das Tal zu dieser Zeit als Nahrungsmittel zu bieten hatte. Auch heute noch schmeckt die Suppe hervorragend. Durch den Sbrinz und die Eier enthält die Suppe eine gute Eiweissqualität. Die Kohlenhydrate in Brot und Reis liefern die notwendige Energie für die strenge Arbeit. Wollen Sie das Rezept nachkochen? Sie finden es auf der Homepage von vitaswiss (www.vitaswiss.ch).
Klostereigene Betriebe Viele Klosterbetriebe wie etwa die Küche und Käserei erinnern an die Aufgaben der Benediktiner von damals. Die Klosterküche versorgt heute die Brudergemeinschaft, die Schüler der angegliederten Schulen sowie die Gäste. Die Käserei wird von einer Pächterfamilie betrieben. In der Schaukäserei kann man zusehen, wie die "Klosterglocke" - eine Engelberger Spezialität- hergestellt wird. Überhaupt lohnt sich eine Reise nach Engelberg. Viele kulinarische Preziosen warten auf Sie. Die ersten Mönche wussten schon, warum sie Engelberg ausgesucht haben, um sich da nieder zu lassen!
InformationenTel. 041 639 61 61
www.kloster-engelberg.ch Klosterdorf mit imposanter Bergwelt
Engelberg ist ein Sommer- und Winterferienparadies auf 1050 Meter über Meer. Das Dorf wird von einem heimeligen Kern, dem Benediktiner-Kloster, herrlicher erfrischender Natur und dem beeindruckenden Bergpanorama geprägt.Fabrice Müller
Dem Sport sind in Engelberg keine Grenzen gesetzt und für Entspannung nach dem Adrenalinkick sorgt das vielfältige Wellness-Angebot. Im Winter locken stiebender Pulverschnee, 24 Transportanlagen, 82 Pistenkilometer, Winterwanderwege und Loipen durch tiefverschneite Wälder. Eine der längsten Abfahrten im Alpenraum ist die Strecke vom Titlis nach Engelberg. Die 12 Kilometer lange Abfahrt mit 2000 Metern Höhendifferenz ist auf der ganzen Länge schneesicher.
Kultur göttlich vereint Die Engelberger Kultur reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. In Engelberg ist die Kultur schon seit Jahrhunderten göttlich vereint. Das Dorfbild wird vom 1120 gegründeten Kloster und der Stiftskirche geprägt. Hier befinden sich die grösste Kirchenorgel der Schweiz, eine beeindruckende Stiftsbibliothek, das Talmuseum, eine Schaukäserei und das Herrenhaus. Im 18. Jahrhundert zog es vermehrt Touristen aus der ganzen Welt ins Engelberger Tal. Die imposante Bergwelt riss sie in den Bann. 1744 wurde zum ersten Mal der über 3200 Meter hohe Titlis bestiegen. "Der Titlis ist schauerlich und überaus hoch", beschreibt 1650 Abt Plazidus das Titlismassiv. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Engelberg zu einem modernen Kurort. Es fanden sich Gäste aus nah und fern ein, welche Erholung und Linderung ihrer Beschwerden suchten. Auch heute wird Engelberg als Luft- oder Klimakurort geschätzt.
Informationen: www.engelberg.ch