Das Veilchen – Ein wohlriechender Frühlingsbote

Vitanews

Der berühmte Arzt Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert sagte: „Ein Tag im Frühling ohne den Duft des Veilchens ist ein verlorener Tag.“ Auch andere berühmte Persönlichkeiten wie Goethe verehrten das wohlriechende Veilchen.

Ein bekannter Vertreter aus der Gattung Viola ist das wohlriechende Veilchen (Viola odorata). Es gehört zu den Marienpflanzen und wird in Liedern und Gedichten vielfach gewürdigt.

Interessanterweise ist das kleine Gewächs die Lieblingspflanze vieler Personen mit grosser Macht. Dazu gehörte Napoleon, dem seine Josephine am Abend ihres Kennenlernens angeblich einen Veilchenstrauss zuwarf. Im Gegenzug überraschte er sie an jedem Hochzeitstag mit diesen Blumen.

Es war schon in der Mythologie ein Zeichen der Liebe. Als sich der hoffnungslos verliebte Vulcanus, der römische Gott des Feuers, mit Veilchen bekränzte, wurde er schliesslich doch noch von der schönen Venus erhört.

Ein zarter Duft liegt in der Luft

Nach einem kalten Winter blinzeln die Veilchen wie kleine violette Schmetterlinge aus dem Gras. Sie verströmen einen süsslichen, feinen Duft und kündigen so den langersehnten Frühlingsbeginn an. Die Samen bilden sich später in kleinen Kapselfrüchten, die im reifen Zustand aufplatzen und ihren Inhalt in die Umgebung schleudern.

Durch einen Trick der Natur werden die Samen von Ameisen eifrig gesammelt und oftmals weite Strecken geschleppt. Die daran anhaftenden  Anhängsel sind nämlich sehr nahrhaft und werden von den emsigen Insekten gerne verspeist. Dies ist eine intelligente Verbreitungstechnik, um neue Gebiete zu erobern. Es ist also nicht verwunderlich, wenn plötzlich an einem neuen Ort im Garten Veilchen spriessen.

Violettes Blütenmeer

Das bis zu zehn Zentimeter hohe Veilchen ist in weiten Teilen Europas und im Nahen Osten bis Mittelasien zu Hause. Dort wächst es gerne in schattigen Laubwäldern und blickt spitzbübisch unter Gebüschen hervor. Seine herzförmigen, gekerbten Blätter bilden eine Rosette, die die Blüten wie ein Bouquet einrahmt.

Ein Veilchen kommt übrigens selten allein: Es kann sich durch Ausläufer ausbreiten, wodurch grosse Teppiche entstehen können.

Da es ausserdem relativ trittfest ist, eignet es sich auch gut für einen „Duftpfad“ im eigenen Garten. Dies kann ein Plattenweg sein, in dessen Ritzen niedrige Pflanzen wie Thymian und römische Kamille wachsen, die beim Anstreifen aromatisch riechen. Den Rand können höhere Gewächse wie Currystrauch, Lavendel und Melisse säumen.

Husten ade

Bereits in der Antike wurde das Veilchen in der Heilkunde eingesetzt. Ihm wurde sogar nachgesagt, dass es einen Kater nach einem Trinkgelage besänftigen kann.

 Heutzutage wird das blühende Kraut traditionell bei verschleimtem Husten eingesetzt. Die Wirkung wird vor allem auf die darin befindlichen Saponine zurückgeführt. Hierzu werden die oberirdischen Teile von März bis April gesammelt und anschliessend getrocknet. Daraus kann eine Teemischung zusammengestellt werden.

Gute Kombinationspartner bei einer Erkältung sind Holunderblüten, Kamille und Thymian. Dies hat den Vorteil, dass sich die verschiedenen Bestandteile in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzen.

 Nicht nur heilsam, sondern auch lecker ist übrigens Veilchensirup. Dazu wird eine Handvoll Blüten mit 3 dl heissem Wasser übergossen. Dieser Ansatz muss über Nacht durchziehen. Am nächsten Tag die Blütenteile abseihen und mit   300 g Zucker kurz aufkochen. Die heisse Flüssigkeit in saubere Flaschen abfüllen und gut verschliessen.

Alles Hautsache

Das Veilchen eignet sich auch bei Hautproblemen wie Windeldermatitis und Ekzeme. Am besten werden die betroffenen Stellen mehrmals täglich mit einem frisch zubereiteten Absud vorsichtig abgetupft.

Eine andere Pflanze aus der Gattung der Viola wird ebenfalls bei äusserlichen Hautbeschwerden eingesetzt. Es handelt sich um das Stiefmütterchen (Viola tricolor), mit dem bereits bei Säuglingen der Milchschorf entfernt werden kann. 

Und was hat es mit der Veilchenwurzel auf sich? Wenn die ersten Zähne bei kleinen Kindern kommen, können sie darauf herumkauen und dadurch quälende Schmerzen lindern. Doch aufgepasst! Denn in Wirklichkeit wird nicht die Wurzel des Veilchens, sondern das Rhizom der Schwertlilie (Iris germanica) verwendet.

Aromatische Blütenküche

Aus Veilchen lassen sich auch tolle Köstlichkeiten in der Küche zaubern.

Nicht nur lecker, sondern auch schön anzusehen, sind kandierte Blüten. Dazu werden die frisch gepflückten Köpfchen mit einem halbsteif geschlagenen Eiweiss bepinselt, mit Puderzucker bestäubt und zum Trocknen auf Pergamentpapier gelegt. Damit lassen sich Desserts und Torten zauberhaft verzieren.

Veilchenblüten eignen sich aber auch für herzhafte Gerichte, Kräuterbutter und Salate. Ausserdem lässt sich daraus ein wohlschmeckender Essig herstellen.

Wie wäre es mit einem romantischen Essen bei dem das Veilchen die Hauptrolle spielt? Schliesslich wurde schon Venus von dieser Blume betört und alle wissen: Liebe geht durch den Magen.

 

 Wolfgang Amadeus Mozart widmete Kaiserin Sissis Lieblingsblume sogar ein Lied. Hier gehts zum Lied

 


Veilchen-Essig

 Zutaten:

1 Handvoll frisch gepflückte Veilchenblüten

5 dl Weissweinessig

Zubereitung:

Die Veilchenblüten in ein Glas oder eine Flasche geben und mit dem Essig übergiessen. Dann sieben Tage warten und schliesslich die Pflanzenteile mit einem Sieb oder Kaffeefilter abtrennen.

 Anwendung:

Dieser Essig verfeinert beispielsweise frische Frühlingssalate. Nicht nur sein Geschmack ist einzigartig, sondern durch seine blau-violette Färbung ist er auch optisch ein Hingucker.

Haltbarkeit:

Mindestens 1 Jahr

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