Esa-Wanderleiterkurs T2 gestartet

Vitanews

Im April startete der erste esa-Wanderleiterkurs T2 im Diemtigtal. 11 Teilnehmer lernten während dreier Tage vieles rund um die Organisation von Wandertouren.

 

Das Studium der Karten bildet eine wichtige Voraussetzung der Planung.

Wanderer sind bei jedem Wetter draussen.

Die erschwerten Bedingungen waren idealerweise Teil der Ausbildung.

Wie wird aus drei Rucksäcken eine Trage?

Der erste Teil des diesjährigen esa-Leiterkurses Wandern T2 fand vom 26. - 28. 4. 2019 im Diemtigtal statt. Treffpunkt war das heimelige Gasthaus auf dem Diemtigbergli, wo elf Teilnehmer sowie die zwei Instruktorinnen Anita Rossel und Lori Bigler-Bumann untergebracht waren.

Die spannende Vorstellungsrunde ergab eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die die unterschiedlichsten Erfahrungen und Erwartungen mitbrachten. Den Einstieg bildete die Kartenkunde. Schnell wurde allen bewusst, dass wir in der Schweiz nicht nur über ein hervorragendes Kartenwerk verfügen, sondern die für Planung und Durchführung von Wanderungen am besten geeigneten Karten im Massstab 1:25'000 gelesen werden können wie ein fesselndes Buch. Wir lernten aus der Karte die Landschaft zu erkennen, die uns dann in der Realität erwarten würde. Nach einer kurzen Mittagsstärkung ging es gleich ans Eingemachte. Es galt, eine kleine Wanderung in zwei Gruppen zu planen und dann auch im Gelände zu führen. Schon bald war offensichtlich, dass es das Eine ist, allein eine Wanderung durchzuführen, aber etwas ganz Anderes, dies für eine Gruppe von Menschen tun zu müssen. Anhand des Kartenstudiums erarbeiteten sich die zwei Gruppen ein Mindmap zu ihrem Streckenabschnitt. Sie bestimmten die Distanzen, die Geländesteigungen und charakterisierten das zu erwartende Gelände, sodass anschliessend die Anleitung der Gruppe aus dem Gedächtnis möglich wurde. Wie so oft steckte auch im Gelände der Teufel im Detail.

Spontan die Route ändern

Für den Abstieg verschärften die Kursleiterinnen die Bedingungen, indem ad hoc eine neue Route geplant werden musste. Ein äusserst interessanter praktischer Kurseinstieg, bei dem die Teilnehmenden u. a. lernten, dass nicht alle auf der Karte eingezeichneten Wege im Gelände auch wirklich noch vorhanden sein müssen. Erstaunt waren wir alle, als Lori uns zeigte, dass man anhand der meisten Ameisenhaufen recht zuverlässig Norden und Süden erkennen kann. Nach einem reichhaltigen Abendessen wurde die Gruppe noch in die vielfältigen esa-Lehrmittel eingeführt, bevor alle ihre verdiente, von frischer Luft erfüllte Nachtruhe fanden.

Schon bald war offensichtlich, dass es das Eine ist, allein eine Wanderung durchzuführen, aber etwas ganz Anderes, dies für eine Gruppe von Menschen tun zu müssen.

Der zweite Kurstag war der Sicherheit im Gelände gewidmet. Zuerst wurde die Theorie zur 3 x 3-Regel für die Tourenplanung erarbeitet. Die Teilnehmenden lernten, dass es gilt, die Faktoren Verhältnisse, Gelände und beteiligte Menschen nicht nur im Voraus zu Hause, sondern auch lokal bei der Ankunft im Tourengebiet und anschliessend laufend beim Erreichen jeder neuen Geländekammer zu beurteilen, um optimale und sichere Entscheidungen fällen zu können. Zudem wurde die sinnvolle Zusammenstellung einer Notfallapotheke erörtert. Anschliessend ging es auf eine kleine Wanderung, um die 3 x 3-Regel gleich praktisch anwenden zu können.

Erschwerte Bedingungen genutzt

Unfreundliches Wetter, nasser und entsprechend rutschiger Boden sowie Schnee boten hierzu geeignete Bedingungen, konnten doch zusätzlich die Traversierung eines steileren Schneefeldes inklusive Sicherung ängstlicher Personen sowie der Transport einer verletzten Person mit einer aus drei Rucksäcken gefertigten Trage geübt werden. Zurück in der Unterkunft lernten wir zudem die notfallmässigen Schienungsmöglichkeiten gebrochener Glieder kennen, bevor wir uns zufrieden zum Nachtessen zusammensetzten und erneut das gesellige Beisammensein genossen. 3 x 3-Beurteilung des Faktors Mensch: ausgezeichnete Gruppendynamik.

Am letzten Tag erwartete uns Neuschnee vor der Haustüre, ideale Voraussetzung für die Planung und Durchführung der letzten Wanderung unter erschwerten Bedingungen. Im Gelände mussten wir einmal mehr feststellen, dass die Zeitplanung für eine Gruppe eine besondere Herausforderung darstellt. Beim abschliessenden Zvieri-Kaffee waren wir uns alle einig: der Kurs unter der hervorragenden Führung von Anita und Lori war äusserst lehrreich – vielen herzlichen Dank!         

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