Moringa – Ein wahrer Wunderbaum

Vitanews

In einer Fernsehtalkshow meinte die Heilpraktikerin und Autorin Melanie Wenzel zum Moringabaum: "Wenn ich auf eine einsame Insel nur ein natürliches Mittel für die Gesundheit mitnehmen könnte, wäre es Moringa."

Wo die hohen Bergketten der Himalayaregion fast bis zum Himmel wachsen, befindet sich die Heimat des Moringabaums (Moringa oleifera). Schon vor Jahrtausenden wurde seine Heilkraft von den Einheimischen entdeckt und wird seither in der ayurvedischen Traditionsmedizin genutzt. Neuere Untersuchungen bestätigen zum Beispiel eine positive Wirkung bei zu hohem Blutdruck und erhöhten Cholesterinwerten. 

Alles Meerrettich oder was?

Als die Engländer während der Kolonialzeit in Indien die Vorherrschaft hatten, wurden sie ebenfalls auf den wundersamen Baum aufmerksam. Vor allem die Wurzeln verwendeten sie als Meerrettichersatz. Sie enthalten nämlich Senfölglykoside, die für den typischen scharfwürzigen Geschmack verantwortlich sind. Tatsächlich besteht eine gewisse Verwandtschaft zwischen Moringa und Meerrettich, denn beide Gewächse gehören zur Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). 

Trommelnde Früchte

Neben Meerrettichbaum wird Moringa auch häufig Trommelstockbaum genannt. Warum dies? Ganz einfach: Seine langen, herabhängenden Bohnenfrüchte sehen wie Drumsticks aus. Sie haben eine dunkelgrüne Farbe und können eine Länge von bis zu einem Meter erreichen. In der Küche werden die Samenschoten in frischer oder konservierter Form als Gemüse zubereitet.

Ölreiche Samen

Die Samen in den Bohnenfrüchten haben einen recht hohen Ölanteil von rund 40 Prozent. Die Zusammensetzung ähnelt dem Olivenöl, wobei die einfach ungesättigte Ölsäure mit 70 Prozent den Hauptanteil ausmacht. Früher diente das Öl als Schmierstoff in Uhren. Oder es sorgte als Lampenöl für Helligkeit. Heute werden damit Salate verfeinert oder Seifen und andere Kosmetika hergestellt. 

Alles sauber!

Eine Besonderheit der Samen ist ihre Fähigkeit, dreckiges Wasser zu reinigen. Vor allem im Sudan und in Indonesien ist diese Form der Wasseraufbereitung in den Haushalten schon lange bekannt. Wichtig: Die Samen müssen fein zerrieben werden. Das Pulver kann dann Schwebstoffe und Keime im Wasser binden, woraufhin die Agglomerate auf den Boden sinkt – klares, sauberes Wasser entsteht. Untersuchungen der London School of Hygiene and Tropical Medicine zeigen zudem, dass die Hände mit vier Gramm des getrockneten Samenpulvers vergleichbar sauber werden wie mit drei Gramm Standardseife nach EN 1499. 

Hoch hinaus

Ganz typisch für den Moringabaum ist sein gedrungener Baumstamm mit einer offenen, schirmartigen Krone. Er kann eine Höhe von fünf bis zwölf Metern erreichen. Das Besondere: Er besitzt eine tief in die Erde reichende Pfahlwurzel. Dies ist wohl der Grund dafür, dass er gut an trockenen Standorten und in Dürrezeiten zurechtkommt. Eine weitere Besonderheit: Der Moringabaum ist ein sehr schnell wachsendes Gewächs. In einem Monat kann er bis zu 30 Zentimeter hoch werden. Eine Rolle spielt das Pflanzenwachstumshormon Zeatin, das in hoher Konzentration im Moringabaum vorliegt.

Anti-Aging Wunder?

Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen wollten herausfinden, ob Zeatin die Haut gut regeneriert und ihren Alterungsprozess verlangsamt. Allen voran hat die Universität Aarhus in Dänemark hierzu verschiedene in-vitro Experimente mit Zellen im Labor durchgeführt. Die ersten Ergebnisse sind durchaus positiv und es wurden keine gefährlichen Auswirkungen beobachtet. Weitere Versuche sind aber notwendig, um es ganz genau zu wissen.

Blättersegen

Insbesondere die Blätter weisen einen hohen Gehalt an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen auf. Der Moringabaum wird daher in seiner Heimat auch Lebensbaum genannt. Da er gut in kargen Gegenden gedeiht, ist er eine interessante Nutzpflanze für Länder mit einer schlechten Ernährungssituation. So initiierte die Organisation Church World Service (CWS) im Juni 1997 ein Projekt, um mit Moringablättern die Mangel- und Unterernährung im Südwesten Senegals zu bekämpfen. Vor allem Schwangere, stillende Frauen und ihre Kinder wurden ermutigt, jeden Tag Moringapulver in ihr Essen hinzuzufügen. 

Moringa auf den Tisch

Auch Sie können Ihren Speiseplan leicht mit Moringapulver ergänzen – auf diese einfache Weise wird Ihr Körper vermehrt mit wertvollen Vitalstoffen versorgt. Das Moringapulver harmoniert ideal mit Gemüsegerichten. Pro Person wird täglich ein halber Esslöffel eingerechnet. Damit die Inhaltsstoffe nicht durch die Kochhitze zerstört werden, wird das Moringapulver am besten erst zum Schluss zugegeben. Oder Sie können daraus auch leckere grüne Smoothies zubereiten. 

Gutes und schlechtes Pulver

Doch seien Sie beim Kauf vorsichtig: Es gibt verschiedene Qualitätsstufen! Also lieber nicht im Internet bei einer fragwürdigen Quelle bestellen, sondern lieber im Reformhaus oder in der Drogerie eine zertifizierte Marke wählen. Alternativ können Sie ein Moringabäumchen selbst aus Samen züchten. Sie brauchen auch nicht viel Geduld, denn schliesslich handelt es sich um eine schnell wachsende Pflanze. In den warmen Sommermonaten können Sie es dann auf die Terrasse oder den Balkon stellen. Zum Überwintern macht es sich auch gut als Topfpflanze in der warmen Wohnung. Die frischen Blätter eignen sich für Salate oder nach dem Trocknen können Sie daraus Ihr eigenes Pulver herstellen.

Alles in allem ist der Moringabaum in der Tat ein Wunderbaum: er wächst schnell, ist anspruchslos, strotzt vor Vitalstoffen und tut der Gesundheit gut.

 

Wohlfühl-Maske

Zutaten:

100 g Rahmquark

1 TL Moringapulver

1 TL Honig

Zubereitung:

Alle Zutaten in einem kleinen Topf gut mischen und anschliessend auf das Gesicht auftragen. Nach zehn Minuten die Quarkmasse mit einem Tuch abnehmen und mit Wasser reinigen.

 

Moringa aufs Brot

Zutaten für 2 Personen:

1 reife Avocado

Zitronensaft

2 TL Moringapulver

Prise Salz

frisch gemahlener Pfeffer

½ Bund Schnittlauch

frisches Sauerteigbrot 

Zubereitung:

Das Innere der Avocado und ein paar Spritzer Zitronensaft in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken. Dann mit den restlichen Zutaten vermischen. Die Avocadomasse auf frische, knusprige Sauerteigbrotscheiben streichen und geniessen.

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